Spezialsprechstunde Uveitis
Uveitis und entzündliche Erkrankungen des Augeninneren
Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen mit entzündlichen Erkrankungen im Augeninneren (Uveitis) sowie im Bereich der oberflächlichen und tiefen Lederhaut (Episkleritis, Skleritis) erhalten im Schwerpunktbereich für Uveitis eine umfassende und spezialisierte Betreuung. Diese Erkrankungen können – insbesondere bei chronischem Verlauf – zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Sehvermögens führen, weshalb eine präzise Diagnostik und individuell angepasste Therapie von zentraler Bedeutung ist.
Diagnostik
Zur Abklärung der zugrunde liegenden Ursachen kommen modernste diagnostische Verfahren zum Einsatz. Hierzu zählen:
- Laboruntersuchungen wie Blutanalysen sowie die Untersuchung von Augenkammerwasser- oder Gewebeproben,
- bildgebende Verfahren wie die Optische Kohärenztomographie (OCT),
- die duale Indocyaningrün- und Fluoreszein-Angiographie, mit der Netzhaut- und Aderhautgefäße detailliert dargestellt werden können.
Die Sprechstunde ist interdisziplinär ausgerichtet und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Innere Medizin, Kinderrheumatologie, Dermatologie und Neurologie, um systemische Grunderkrankungen mit Augenbeteiligung gezielt zu erkennen und zu behandeln.
Therapie
Das Behandlungsspektrum umfasst sämtliche modernen medikamentösen und chirurgischen Verfahren. Abhängig von der Art und Schwere der Entzündung können verschiedene Wirkstoffgruppen eingesetzt werden:
- Klassische Immunsuppressiva wie Ciclosporin A, Methotrexat, Azathioprin oder Mycophenolat Mofetil,
- Biologicals (z. B. Adalimumab, Tocilizumab), die gezielt bestimmte Teile des Immunsystems blockieren, ohne die allgemeine Abwehrkraft zu schwächen.
- Bei therapieresistenten oder schweren Verläufen besteht die Möglichkeit, an internationalen klinischen Studien (Phase III) teilzunehmen, in denen neue, hochwirksame Medikamente kurz vor der Zulassung getestet werden.
- Chirurgische Behandlungsverfahren
Neben der medikamentösen Therapie steht auch die mikrochirurgische Behandlung von Uveitis-Komplikationen im Fokus. Dazu zählen insbesondere Eingriffe zur Beseitigung von:
- Hornhauttrübungen (z. B. infolge von Kalkablagerungen),
- Linsentrübungen (Katarakt),
- Glaskörpertrübungen (Vitritis).
Diese Operationen können das Sehvermögen häufig deutlich verbessern und tragen wesentlich zur Lebensqualität der Patientinnen und Patienten bei.