- Startseite
- Erkrankungen & Therapien
- Glaukom (Grüner Star)
Spezialsprechstunde Glaukom (Grüner Star)
Wenn der Sehnerv langsam Schaden nimmt
Das Glaukom, auch bekannt als „Grüner Star“, ist eine Erkrankung des Sehnervs, die unbehandelt zur Erblindung führen kann. In den meisten Fällen wird sie durch einen erhöhten Augeninnendruck verursacht, kann jedoch auch bei nahezu normalen Druckwerten auftreten.
Der Druckanstieg im Auge wird vom Patienten in der Regel nicht bemerkt, ebenso wenig wie erste Einschränkungen des Gesichtsfeldes. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend und tritt bei älteren Menschen deutlich häufiger auf als in jungen Jahren.
Risikofaktoren für ein Glaukom
Ein erhöhtes Risiko besteht unter anderem bei:
- Glaukomerkrankungen in der Familie
- Kurz- oder starker Weitsichtigkeit
- längerer Einnahme von Kortisonpräparaten
- anderen Augenerkrankungen (z. B. Uveitis, nach Netzhautoperationen)
- früheren Augenverletzungen
Diagnostische Möglichkeiten
Da das Glaukom anfangs keine Beschwerden verursacht, ist eine frühe Diagnose entscheidend, um bleibende Schäden zu verhindern. Dafür stehen verschiedene Untersuchungen zur Verfügung:
- Messung des Augeninnendrucks über 24 Stunden
- Gesichtsfelduntersuchung zur Erfassung von Sehausfällen
- Beurteilung des Sehnervenkopfes mittels moderner Bildgebungsverfahren (z. B. OCT)
- Augenhintergrunduntersuchung, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen
Behandlungsmöglichkeiten
Ziel jeder Behandlung ist es, den Augeninnendruck zu senken und die Funktion des Sehnervs zu erhalten.
Medikamentöse Therapie
In den meisten Fällen erfolgt die Behandlung zunächst mit Augentropfen, die den Augeninnendruck regulieren. In Einzelfällen werden ergänzend Tabletten eingesetzt.
Laserbehandlung
Bei unzureichender Wirkung der medikamentösen Therapie kann eine selektive Lasertrabekuloplastik (SLT) helfen, den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern.
Chirurgische Verfahren
Wenn Medikamente und Laser nicht ausreichen, stehen verschiedene operative Eingriffe zur Verfügung. Hierzu gehören u.a. die klassische Trabekulektomie, moderne mikroinvasive Glaukomoperationen (MIGS) und Drainageimplantate, die den Abfluss des Kammerwassers dauerhaft verbessern.
Nachsorge und empfohlene Kontrollen
Nach einer Operation sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen und eine sorgfältige Pflege entscheidend für den Heilungserfolg:
- Anwendung von Kortison- und Antibiotika-Augentropfen über etwa sechs Wochen
- Kontrollen des Augeninnendrucks in kurzen Abständen während der ersten Wochen
- Kein Reiben, Bücken oder schweres Heben
- Augendruckkontrolle alle 2–3 Monate
- Gesichtsfeldprüfung alle 4–6 Monate
- Sehnervanalyse (OCT) einmal jährlich
Bei der Anwendung von Augentropfen sollte der Kopf leicht nach hinten geneigt werden. Ziehen Sie das Unterlid vorsichtig nach unten und geben Sie den Tropfen in die Bindehauttasche, ohne das Auge mit der Flasche oder Tube zu berühren.
Verhalten nach einer Operation – Tipps für eine gute Heilung
- Wenden Sie die verordneten Medikamente regelmäßig an.
- Halten Sie alle Nachsorgetermine ein.
- Vermeiden Sie es, am Auge zu reiben oder Druck darauf auszuüben.
- Verzichten Sie für etwa zwei Wochen auf Sport und Saunagänge.
- Achten Sie beim Duschen oder Haarewaschen darauf, dass keine Seife oder Wasserstrahlen ins Auge gelangen.
- Tragen Sie eine Schutz- oder Sonnenbrille in der Heilungsphase.
- Schlafen Sie nicht auf der Seite des operierten Auges.
- Fahren Sie erst wieder Auto, wenn Ihr Augenarzt es ausdrücklich erlaubt.
- Heben Sie keine schweren Gegenstände und vermeiden Sie längeres Bücken.
Sollten Schmerzen oder eine Verschlechterung des Sehens auftreten, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Augenarzt.