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Spezialsprechstunde Trockenes Auge
Trockenes Auge und okuläre Allergie
Wenn der Tränenfilm aus dem Gleichgewicht gerät
Das Trockene Auge (früher Sicca-Syndrom) ist eine multifaktorielle Erkrankung, bei der mehrere Mechanismen zusammenwirken. Im Mittelpunkt stehen eine Instabilität des Tränenfilms, eine erhöhte Osmolarität (Salzkonzentration) der Tränenflüssigkeit sowie entzündliche Prozesse der Augenoberfläche. Diese Faktoren verstärken sich gegenseitig in einem sogenannten Circulus vitiosus – einem sich selbst aufrechterhaltenden Teufelskreis.
Zu den häufigsten Auslösern zählen Allergien, das Tragen von Kontaktlinsen, Lidrandentzündungen, hormonelle Veränderungen, Operationen oder systemische Erkrankungen wie rheumatische Leiden. Da in den meisten Fällen mehrere Ursachen gleichzeitig bestehen, erfordert die Diagnose eine individuelle und umfassende Untersuchung. Das Trockene Auge zählt heute zu den häufigsten Krankheitsbildern in der Augenheilkunde.
Diagnostik
Die Untersuchung des Trockenen Auges ist komplex und erfordert Erfahrung in der Beurteilung der unterschiedlichen Entstehungsmechanismen. In der Sprechstunde kommen verschiedene standardisierte und spezialisierte Diagnoseverfahren zum Einsatz:
- Detaillierte Anamnese und Fragebögen
- Schirmer-Test zur Tränenproduktion
- Messung der Tränenfilmaufrisszeit (klassisch und nicht-invasiv)
- Videoanalyse des Tränenfilms
- Meibographie zur Darstellung der Meibomdrüsen
- Bestimmung der Tränenfilm-Osmolarität (TearLab)
- Vitalfärbungen der Augenoberfläche
- Graduierung von Lidrandentzündungen und Beurteilung der Drüsenfunktion
- Nicht-invasive Entzündungsmessung der Bindehaut
- Fotodokumentation zur Verlaufskontrolle
- Tränenwegsspülungen und ggf. Bindehautbiopsien mit feingeweblicher Analyse
- Messung von Entzündungsfaktoren im Tränenfilm
Diese umfassende Diagnostik ermöglicht eine präzise Einteilung des Schweregrads und die individuelle Auswahl der Therapie.
Therapie
Die Behandlung des Trockenen Auges richtet sich nach internationalen Leitlinien und erfolgt nach einem stufenweisen Konzept, das individuell an den Schweregrad angepasst wird.
Zu den therapeutischen Maßnahmen zählen:
- Beratung zu Umgebungsfaktoren, Ernährung und möglichen Medikamentennebenwirkungen
- Regelmäßige Lidrandpflege
- Tränenersatzmittel in verschiedenen Zusammensetzungen
- Sondierung und Öffnung der Meibomdrüsen
- Entzündungshemmende Therapien, u. a. mit Ciclosporin A
- Verschluss der Tränenpünktchen (Punctum Plugs), vorübergehend oder dauerhaft
- Therapeutische Kontaktlinsen (Anpassung im eigenen Kontaktlinsenlabor)
- Autologe Serum-Augentropfen (hergestellt durch die Transfusionsmedizin der Uniklinik Köln)
- Amnionmembran-Transplantationen zur Regeneration der Augenoberfläche
- Lidchirurgie zur Korrektur von Lidfehlstellungen
- Permanente Tränenwegsverschlüsse bei schwersten Verläufen
- Hornhauttransplantationen bei irreversiblen Schäden der Augenoberfläche
Eine aktuelle Übersicht der erstattungsfähigen Tränenersatzmittel steht ergänzend zur Verfügung.
Okuläre Graft-versus-Host-Erkrankung (GVHD)
Augenbeteiligung nach Stammzell- oder Knochenmarktransplantation
Patientinnen und Patienten, die nach einer Blutstammzell- oder Knochenmarktransplantation an einer okulären Graft-versus-Host-Erkrankung (GVHD) leiden, werden im Kompetenzzentrum für okuläre GVHD unter der Leitung von Prof. Philipp Steven betreut.
Die Sprechstunde findet täglich im CIO-Gebäude (Nr. 70), Ebene 5, Raum 5.083 statt. Hier erfolgt die spezialisierte Diagnostik und Behandlung dieser komplexen immunvermittelten Augenerkrankung.