Spezialsprechstunde Hornhaut

Hornhauterkrankungen und -chirurgie - klare Sicht dank moderner Behandlungsmethoden

Die Hornhaut – „Windschutzscheibe“ des Auges

Die Hornhaut (Cornea) bildet den transparenten, leicht gewölbten Vorderteil der äußeren Augenhaut. Sie besteht aus mehreren hauchdünnen Zellschichten. Außen schützt sie das Auge vor Keimen und Fremdkörpern, innen sorgt sie gemeinsam mit der Linse für präzise Lichtbrechung und scharfes Sehen.

Wenn die Hornhaut erkrankt

Trübungen oder Verletzungen der Hornhaut können die Sehfähigkeit stark einschränken – im schlimmsten Fall droht Erblindung. Weltweit zählen Hornhautschäden zu den häufigsten Ursachen für Erblindung. Oft ist eine Hornhauttransplantation notwendig, die als älteste und erfolgreichste Gewebetransplantation gilt.
 

Univ.-Prof. Dr. Claus Cursiefen, Direktor des Zentrums für Augenheilkunde, Uniklinik Köln

Auch im letzten Jahr hat das Zentrum für Augenheilkunde deutschlandweit wieder die meisten Hornhauttransplantationen durchgeführt

Univ.-Prof. Dr. Claus CursiefenDirektor des Zentrums für Augenheilkunde, Uniklinik Köln

Fortschrittliche Operationsverfahren

Am Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln wenden wir moderne, schonende Techniken an, bei denen nur die erkrankten Schichten der Hornhaut ersetzt werden:

Lamelläre Verfahren

  • Nur die beschädigten Zelllagen werden ersetzt, der gesunde Anteil bleibt erhalten.
  • Vorteile: kürzere Heilungszeit, bessere Sehschärfe, geringere Abstoßungsgefahr.

DMEK (Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty)

  • Austausch nur der hinteren Zellschicht, z. B. bei Stoffwechselstörungen.
  • Über 700 Eingriffe pro Jahr, am häufigsten angewendet.

DALK (Deep Anterior Lamellar Keratoplasty)

  • Austausch nur des vorderen Teils der Hornhaut, die innere Schicht bleibt erhalten.
  • Natürliche Stabilität des Auges wird weitgehend bewahrt.

CAIRS (Corneale allogene intrastromale Ringsegmente)

Bei Keratokonus hat sich mittlerweile ein innovatives Verfahren etabliert, das CAIRS-Verfahren (Corneale allogene intrastromale Ringsegmente). Bei diesem Verfahren wird die Spenderhornhaut mit einem speziellen 3D-Laser, einem Femtosekundenlaser, in Ringsegmente geschnitten wird. Diese können in Hornhauttaschen des Empfängers eingeführt werden, wodurch die Hornhautform deutlich gebessert werden kann und so häufig die größeren Transplantationen DALK und pKPL vermieden werden können. Dadurch, dass wir nicht fertige Ringsegmente von anderen Hornhautbanken einkaufen sondern sie selber mit dem hochpräzisen Laser herstellen, können sie sehr individuell auf die Patientenhornhaut zugeschnitten werden.

Diese minimalinvasiven Verfahren schonen das Auge und ermöglichen eine schnelle Heilung. Die Sehschärfe verbessert sich häufig bereits nach wenigen Tagen.

Präzision und Erfahrung

Die Hornhäute stammen aus der eigenen Hornhautbank oder von anderen zertifizierten Hornhautbanken und werden vor dem Eingriff präzise vorbereitet. „Die innerste Hornhautschicht ist nur wenige hundertstel Millimeter dick. Ihre Gewinnung erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Cursiefen.

Nachsorge und empfohlene Kontrollen

Eine sorgfältige Nachsorge ist entscheidend für den Heilungserfolg:

  • Anwendung von Kortison- und Antibiotika-Augentropfen über ca. 6 Wochen
  • Regelmäßige Kontrolle des Augeninnendrucks in den ersten Tagen 
  • Regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt 
  • Kein Reiben, Bücken oder Heben schwerer Gegenstände

Tipps für eine gute Heilung nach der Operation

  • Verordnete Medikamente regelmäßig anwenden
  • Alle Nachsorgetermine einhalten
  • Schutz- oder Sonnenbrille tragen
  • Nicht am Auge reiben
  • Sport, Sauna und schwere körperliche Tätigkeiten vermeiden
  • Beim Duschen darauf achten, dass kein Wasser direkt ins Auge gelangt
  • Auf der nicht-operierten Seite schlafen
  • Autofahren erst nach ärztlicher Freigabe

Sollten Schmerzen, Rötungen oder eine Verschlechterung des Sehvermögens auftreten, wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Augenarzt.

Sprechzeiten

Hier finden Sie die Sprechzeiten für unsere Spezialsprechstunde "Hornhaut".